Hier oben, auf dem 475 Meter hohen Metzenberggipfel wurde Grenzgeschichte geschrieben. Schon seit Urzeiten verliefen hier sowohl weltliche als auch geistliche Grenzen, deren Mächte Land und Leute trennten.
Im 16. Jahrhundert traten die Herzöge von Zweibrücken als Rechtsnachfolger der Rüdesheimer mit allen Untertanen (cuius regio, eius religio) mit Hirstein zum protestantischen Glauben über, das Erzbistum Trier mit Furschweiler dagegen war streng katholisch. So entstand hier eine Glaubensgrenze, die über den Metzenberg führte. Heute kann man dies anhand der noch vorhandenen Grenzsteinen von 1731 authentisch belegen. Denn beide Herrschaftssymbole sind auf ihren jeweiligen Seiten eingemeißelt.
Nach dem Wiener Kongress 1814 entstand mit gleichem Verlauf die neue Herrschaftsgrenze zwischen dem Fürstentum Birkenfeld im Großherzogtum Oldenburg und dem Fürstentum Lichtenberg im Herzogtum Sachsen-Coburg. Aus Lichtenberg ging 1834 der preußische Kreis Sankt Wendel hervor, auf der anderen Grenzseite wechselte Hirstein 1918 in die Provinz Birkenfeld im Freistaat Oldenburg. Im gleichen Zeitraum wurde das Saargebiet nach dem Versailler Vertrag vom Deutschen Reich abgeteilt und unter Völkerbundmandat gestellt. Auch diese Grenze folgte der alten Linie über den Metzenbergkamm und wurde mit Grenzsteinen markiert. Die darauf eingemeißelte Signatur „S“ stand für Saargebiet, das „D“ verwies auf die Zugehörigkeit zum Deutschen Reich. Heute haben diese Steine glücklicherweise keine Bedeutung mehr, sie sind nur noch besondere Zeugnisse der bewegten saarländischen Geschichte.
Koordinaten um Altes Grenzland mit dem Navigationssystem zu erreichen.
Längengrad: 7.1766891
Breitengrad: 49.5212567
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