Die Kasinger Wacholderheide ist eine vom Menschen mitgeformte Landschaft. Ab dem 9. Jahrhundert schuf man durch Rodung der Wälder zusätzliche Anbau- und Weideflächen. Durch die Schafbeweidung, die sich am Ausgang des Mittelalters ausbreitete, entstanden die ausgedehnten, von Wacholderbüschen durchsetzten Hutungen, die für die Juralandschaft so charakteristisch sind. In den Halbtrockenrasen wachsen vor allem Pflanzen, die durch starke Verzweigung oder dicht am Boden anliegende Erneuerungsknospen den ständigen Verbiß durch Schafe gut verkraften können wie die Fiederzwenke oder verschiedene Schmetterlingsblütler (Bunte Kronwicke, Mittlerer Klee, Hornklee). Andere Pflanzen schützen sich durch bittere, scharfe oder giftige Stoffe in Blatt und Stengel vor dem Abfressen, z. B. verschiedene Enzianarten, der Knollige Hahnenfuß oder die Zypressen- und Warzenwolfsmilch. Die Disteln, z. B. die Silberdisteln, haben in ihren stechenden Laub- und Hüllblättern einen wirksamen Fraßschutz, während schließlich den Königskerzen und den Küchenschellen ihre starke Behaarung als Schutz vor Verbiß (und auch Verdunstung) dient. Neben der Pflanzenwelt des Jura läßt sich in der Kasinger Wacholderheide auch eine geologische Besonderheit des Jura beobachten: Sog. Lösungsdolinen, die als kleine Geländemulden über den Hang verstreut sind. Ihre Entstehung hängt mit der Verwitterung des Dolomitgesteins zu Dolomitsand zusammen. Die Dolomitverwitterung geht von Karstklüften aus, durch die das Regenwasser in die Tiefe dringt. Dabei wird ständig etwas Dolomitsand hinabgespült, so daß an der Geländeoberfläche trichterförmige Einsenkungen entstehen. Auch hohlwegartige Einschnitte haben sich in dem weichen Dolomitsand gebildet.
Notre Dame 1
85072 Eichstätt
08421/9876-0
Koordinaten um Kasinger Wacholderheide mit dem Navigationssystem zu erreichen.
Längengrad: 11.1878185
Breitengrad: 48.8916769
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